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Am vierten Spieltag geht es für die Postler ans andere Ende von Plauen. In der Ostvorstadt trifft man auf die zweite Mannschaft des 1.FC Wacker Plauen. Zwar geht man mit Blick auf die Tabelle als klarer Favorit in das Spiel, aber gerade, weil die Ostvorstädter noch keinen Sieg auf dem Konto haben, erwartet man nicht, dass diese die Punkte kampflos herschenken. Dementsprechend kann man ein spannendes Derby mit viel Kampf, Emotion und Leidenschaft erwarten. Mit Blick auf die Personalsituation ist Trainer Hartung gezwungen in einigen Teilen der Mannschaft zu improvisieren. Dennoch will man der Favoritenrolle gerecht werden und die drei Punkte wieder mit zurück nach Haselbrunn nehmen, um die Ausgangslage in der Tabelle weiter zu verbessern. Bevor es losgeht, verabschiedet man zudem Nils Roth, diesen zieht es in die Ferne, er beginnt in den nächsten Tagen ein Auslandsjahr in Australien.
Ohne große Abtastphasen geht es hinein in die Partie. Die Spielrichtung dabei von Beginn an von beiden Teams klar, auf schnellem Weg in Richtung gegnerisches Tor. Das Mittel zum Zweck seitens der Gastgeber ist dabei zumeist ein langer Ball. Nur selten versucht man sich an einer Kombination durch das Zentrum oder über die Außen. Gerade im Zentrum beweisen die Postler eine hohe Präsenz und sind hellwach. Wenig bis keine Bälle finden den Weg durch die Mitte. Ähnlich sieht es auf den Außen aus. Schwachpunkte können mittels sehr weiter Bälle, mit denen teils das gesamte Spielfeld in einem überbrückt wird, gefunden werden. Post dagegen versucht sich gleichermaßen am Kombinationsspiel als auch an Bällen in die Tiefe. Da die Wackeraner den Blau-Gelben jedoch weite Teile des Mittelfelds überlassen und sich teilweise von einer Vierer- bis auf eine Sechser-Kette zurückziehen, bleiben häufig nur diagonale oder flache Bälle in die Tiefe. Gerade zu Beginn ist man bei diesen Pässen aber noch sehr ungenau oder immer etwas zu spät dran, sodass entweder die Abseitsfalle zuschlägt oder die Bälle von der Abwehr abgefangen werden bzw. im nirgendwo landen. Dadurch plänkelt das Spiel mit wenigen hochkarätigen Chancen nur so vor sich hin. Wachgerüttelt wird der Zuschauer dabei immer wieder durch lautstarke Proteste seitens der Gastgeber, die sich in jeder zweiten Situation vom Schiedsrichtergespann ungerecht behandelt fühlen. Ansonsten ist über weite Strecken der ersten Halbzeit sehr viel Stückwerk zu sehen und keine der beiden Mannschaften schafft es sich klare Torchancen zu erarbeiten. Die Ausnahme bildet dabei die Führung der Postler, welche sich nicht wirklich abzeichnet und die eher ein Zufallsprodukt ist, als das sie sehenswert herausgespielt wurde. Eine Spielverlagerung von der linken auf die rechte Seite gerät etwas zu kurz, sodass diese von der Wacker-Verteidigung abgefangen wird. Diese klären den Ball dabei unglücklich in die Mitte. Dort kann J.Hartung den Ball in aller Seelenruhe festmachen, da weit und breit kein Gegenspieler zu finden ist. Den sich bietenden Platz nutzt dieser aus und schiebt den Ball aus gut 18 Metern überlegt links ein .
So gehen die Postler mit der knappen Führung in die Pause. Obwohl sich diese nicht abgezeichnet hat, nimmt man den daraus resultierenden Schwung kurz vor der Pause gern mit, um in der zweiten Halbzeit nicht nur präsent in der Verteidigung zu sein, sondern auch nach vorn mit eigenen Aktionen in Erscheinung treten zu können.
Aber auch nach der Halbzeit setzt sich ein ähnliches Bild fort wie in Halbzeit eins. Das Spiel bleibt zerfahren. Zwar kommt Post nun langsam dem Tor der Ostvorstädter näher, aber große Chancen bleiben weiterhin aus. Auf der anderen Seite wird man in der Verteidigung nachlässiger, denn Wacker nähert sich ebenfalls an. Nach gut einer Stunde stecken die Postler in einer richtigen Schwächephase. Die Gastgeber gelangen mehrfach vors Tor von Horlbeck. Die teils hundertprozentigen werden jedoch kläglich vergeben bzw. im letzten Moment abgewehrt. Doch wie es im Fußball so ist, schlagen die Blau-Gelben dann erneut, wie schon in Halbzeit eins eiskalt zu. Ein gut getimter Ball von Hock reicht aus und Rausch kann sich per sehenswerter Ballmitnahme per Außenrist gegen seine Verfolger durchsetzen. Den Ball legt er anschließend am Torwart vorbei und schiebt ins leere Tor zur 0:2 Führung ein. Jedoch bringt die ausgebaute Führung nicht die erhoffte Leichtigkeit ins Spiel der Postler. Denn sie wirken besonders in der Hintermannschaft nervös und bleiben dadurch anfällig. So sieht die Wacker ihre Chance und drückt auf den Anschluss. Ruziqulovich gelingt dieser knapp eine viertel Stunde vor Ende. Damit erhalten sich die Gastgeber die Chance auf einen Punkt. Doch es scheint fast so, als wenn jenen die Luft in der Schlussphase ausgeht. Ein weiter Abschlag von Horlbeck wird nicht konsequent verteidigt, El-Otmani nutzt das zögern gnadenlos aus, geht zwischen die beiden Innenverteidiger von Wacker und hebt den Ball überlegt ins Tor. Das dürfte fünf Minuten vor Ende die Vorentscheidung sein. Aber die Postler bekommen auf Ende dann doch noch Lust auf ein wenig Fußball. So ist es erneut El-Otmani der in einer schönen Einzelaktion nahezu die gesamte Abwehr der Gastgeber aussteigen lässt. Zu dritt geht es dann auf den Weg Richtung Wacker-Tor, wo Rausch den Ball aufgelegt bekommt und wieder nur ins leere Tor schieben muss.
Damit endet eine zähe Partie mit einem recht deutlichen 1:4. Insgesamt hat der Spielverlauf nicht unbedingt ein so deutliches Ergebnis hergegeben. Aber da die Postler an diesem Nachmittag untypischerweise nur sehr wenige Chancen benötigten und sich eiskalt vorm Tor verhielten, konnte man letztlich das Spiel für sich entscheiden. In der nächsten Woche gibt es erneut ein Derby, man spielt zum zweiten mal in Folge auswärts, Gegner ist der ESV Lok Plauen.
Auch unsere zweite Mannschaft startet nächste Woche in die Saison. Gespielt wird ebenfalls auswärts, Gegner ist der Leubnitzer SV II.
(JH)
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